Jahresrückblick für 2019 mit dem Schwerpunkt auf Halle

Im vergangenen Jahr fanden kaum noch regelmäßige Veranstaltungen im faschistischen Hausprojekt der Identitären (AKS16) statt, und wenn, dann waren diese meist spärlich besucht und blieben nie ohne Gegenprotest. Wir wollen hier noch die Möglichkeit nutzen, kurze Schlaglichter auf die Ereignisse werfen, die unserer Ansicht nach zum Niedergang der Identitären in Halle beigetragen haben 🥂🍾

April: Andreas Lichert spricht in einem Interview mit dem Hessischen Rundfunk öffentlich davon, dass das faschistische Hausprojekt gescheitert sei. Der IB sei es nicht gelungen über ihren Dunstkreis hinaus in die hallenser Stadtgesellschaft oder auf Student*innen einzuwirken.

Mai: Bei der Stadtratswahl in Halle am 26.05 unterstützen Identitäre Hannah Tabea Rößler, die auf der Liste der AfD antritt. Die Identitären verlagern ihren politischen Fokus ins Parlamentarische, es finden weniger „klassische“ IB Straßenaktionen statt.

Der sog. „Staatspolitische Salon“ entfällt komplett, stattdessen laden die Identitären zu konspirativen Parties in der AKS16. Die Partys sollen vor allem nach innen wirken, wer diese Partys stört, hat mit extremer Gewalt zu rechnen.

20. Juli: Erfolg des antifaschistischen Bündnisses gegen die IB. Die Identitären versuchen bundesweit für eine Demo in Halle zu mobilisieren. Durch organisierte Blockaden und Gegendemos, mit unglaublich vielen Menschen aus linksradikalen und bürgerlichen Zusammenhängen, kann ein Aufmarsch der Identitären in Halle erfolgreich verhindert werden. Tatsächlich kommen die Faschisten weder vom Bahnhof weg, noch aus ihrem „Leuchtturm“ heraus. Ein ausführliches Statement zum 20.07. findet ihr auf unserem Blog: https://tinyurl.com/uxjn5ej

November: Selbst Ziehvater Kubitschek bezeichnet die IB in der Sezession als „politisch kontaminiert“, am 30.11.2019 distanziert sich die IB von dem faschistischen Hausprojekt und dem vorherigen Angriff. Sie behaupten, dass sie seit Oktober nicht mehr in der AKS16 aktiv wären. Dass es sich um eine offensichtliche Lüge handelt, haben wir hier dargelegt: https://twitter.com/KickThemOut1…/status/1201208242099109889

12.12.2019: Die IB gibt ihren Auszug aus der AKS16 bekannt, gleichzeitig bettelt der langjährige Identitäre Till Lucas Wessels in einem Statement die rechte Internetcommunity um ein neues Objekt an.

Fazit: Dass die IB öffentlich bekannt gibt, dass sie aus der AKS16 ausgezogen ist, ist erstmal ein Erfolg. Den Erfolg können sich alle antifaschistischen Gruppen gut schreiben, die an dem Niedergang der Identitären in Halle aktiv beteiligt waren.  An dieser Stelle auch nochmal unser Dankeschön an Kollektiv „IfS dichtmachen“, Interventionistische Linke Halle, Offenes Antifaplenum Halle, Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage, die Anwohner*inneninitiative, Sachsen-Anhalt rechtsaussen und alle anderen Kollektive, Gruppen und Einzelpersonen, die uns und unsere Proteste unterstützt haben oder eigene Aktivitäten gegen die AKS gemacht haben.
Dennoch sollten wir uns nicht der Euphorie ganz hingeben, die Faschos sind weiterhin im Haus, nur unter anderem Label (u.a. Einprozent). Auch wenn sich die Identitären nicht mehr als solche bezeichnen, bleiben sie gefährliche Faschisten, die in den vergangenen Jahren zur Genüge unter Beweis gestellt haben, dass sie nicht davor zurückschrecken, schwere körperliche Gewalt anzuwenden.
Dennoch und abschließend sagen wir für das kommende Jahr: Die IB liegt am Boden, es gilt dafür zu sorgen, dass sie nicht wieder auf die Füße kommt!

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