#Hal1404: „konsequent. feministisch. antifaschistisch.“

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Vorträge, Workshops und Parties:

In Vorbereitung für die Demo organisierten wir mehrere Vorträge und Workshops zu Geschlecht sowohl bei den „Identitären“ als auch innerhalb der linken Szene. Den genauen Überblick mit allen Terminen und Kurzbeschreibungen findet ihr hier: Flyer: Veranstaltungsreihe

Redebeiträge:

„Ich fänd’s unanständig, keine Feministin zu sein! – Ein Plädoyer für mehr Feminismus“ – Redebeitrag der Gruppe „Feminismus oder Schlägerei“

„Für Frauen gibt es doch nichts mehr zu erreichen, sagen sie. Frauen können sogar Bundeskanzlerin werden! Feminismus ist eigentlich nicht mehr nötig. Der beschäftigt sich sowieso nur noch mit Spartenthemen. Und ein bisschen hysterisch und durchgeknallt sind diese Feministinnen ja sowieso. Überall sehen sie sexuelle Belästigung und Sexismus. Man kann es ja auch wirklich übertreiben. Gar nichts darf Mann mehr sagen.

Und diese Männer, die nichts sagen dürfen, die hört man überall reden – vom rechten Rand über die bürgerliche Mitte bis zur radikalen Linken. Feminismus sei nicht ernst zu nehmen – und damit nehmen sie die politischen Kämpfe der Frauen nicht ernst. Erst letzte Woche konnte sich ein gewisser Jens Jessen auf der Titelseite der größten deutschen Wochenzeitung Die Zeit über die Übermacht der Feministinnen beklagen. So erklärte er zum Beispiel: „Das System der feministischen Rhetorik folgt dem Schema des bolschewistischen Schauprozesses, nur dass die Klassenzugehörigkeit durch die Geschlechtszugehörigkeit ersetzt ist. So oder so steht die Schuldigkeit schon durch Herkunft fest.“ Man sieht also: unter dem Vergleich mit totalitären Diktaturen scheint das große Leid der Männerrechtler nicht beschreibbar zu sein.“

der ganze Redebeitrag: Ich fänds unanständig, keine Feministin zu sein

Nazizentren in Halle? Die Halle-Leobener Burschenschaft Germania und ihre Freunde“ – Redebeitrag von KickThemOut

„Verbindungen und Burschenschaften sind per se scheiße. Zig Texte und Reader sind zur Kritik bereits geschrieben worden, weswegen wir direkt zu einem überblicksartigen Abriss der Aktivitäten, Bewohner und Freunde der HLB Germania kommen werden.

Es ist nun wahrlich nicht schwer, hallenser Burschenschafter als Nazis zu outen. Vor allem die HLB Germania ist seit ihrer Neugründung 1999 ein Zentrum der extremen Rechten in Halle und Umgebung und das sogenannte „Germanenhaus“ seit mindestens 2015 Treffpunkt und Wohnort für Mitglieder von Kontrakultur. Bereits bei der Gründungsveranstaltung der HLB Germania im Jahr 2000 zeigte sich ein Konglomerat von farbentragenden Studenten, organisierten Neonazis und rechten Jugendlichen. So stellte der Selbstschutz Sachsen-Anhalt (SS SA) die Tür, anwesend waren unter anderem der damalige NPD-Landesvorsitzender und Sven Liebich,welcher gerade seinen Naziladen „The Last Resort“ eröffnet hatte. 2006 veranstaltete die HLB Germania gemeinsam mit dem Institut für Staatspolitik ein Seminar. Die Zusammenarbeit mit dem IfS wurde stetig verfestigt und spielt eine wichtige Rolle bei der Arbeit von Kontrakultur. 2014 nahmen Mitglieder der Germania an einer Pegidademo in Dresden statt. Im Mai 2015 waren auf dem jährlichen Stiftungsfest diverse AfD Personen anwesend. Im März 2016 plante die Kampagne Ein Prozent eine Aktion in der Germania, anwesend waren dabei Martin Sellner, Simon Kaupert, Philipp Stein und eine Tochter von Götz Kubitschek. Nach der Durchführung der Aktion wurde ein Antifaschist angegriffen.“

der ganze Redebeitrag: Nazizentren in Halle? Die Halle-Leobener Burschenschaft Germania und ihre Freunde

„Warum die ‚Identitären‘ keine Feministen sind“ – Redebeitrag von KickThemOut

„Die „Identitären“ versuchen quasi seit Beginn ihres öffentlichen Auftretens, sich als Frauenverteidiger und Feministen darzustellen. Die Geschichte, die sie dabei erzählen wollen, ist so vorhersehbar wie rassistisch: Geflüchtete und Männer mit Migrationshintergrund würden überall Frauen belästigen, ermorden und vergewaltigen. Schon 2016 präsentierten sie sich mit einem Transparent mit der Aufschrift „Fass meine Schwester nicht an“ auf dem halleschen Marktplatz und im Netz und verteilten Pfefferspray. Die sogenannte Kampagne „120db“ ist also nichts neues, sondern mal wieder nur die Weiterverbreitung alter Narrative im neuen Gewand.

Dabei scheint 120db auf den ersten Blick nicht besonders erfolgreich oder wichtig zu sein. Außer des Störens einer Podiumsdiskussion zu MeToo bei der Berlinale gab es keine öffentlichen Aktionen. Die Störerinnen wurden mit „Nazis raus“ und „Buh“-Rufen begrüßt und innerhalb weniger Minuten von der Bühne geworfen. Ärgerlicherweise wurden aber die von Mario Müller geschossenen Fotos und die inhaltliche Begründung der Aktion trotzdem medial weiterverbreitet, oft ohne kritische Einordnung. Interessant ist die Kampagne vor allem, weil nur auf den zweiten Blick klar wird, dass es eine Kampagne der Identitären Bewegung ist – zwar werden die Posts der Kampagne auch über die offiziellen Kanäle der Identitären verbreitet, eine öffentliche Nennung oder Zusammenarbeit mit der Identitären Bewegung gibt es aber von 120db aus nicht. Die Kampagne wirkt also wie der bewusste Versuch, die Inhalte der „Identitären“ an ein neues, bürgerlicheres Milieu zu tragen.“

der ganze Redebeitrag: Warum die „Identitären“ keine Feministen sind

„Freiheit ist nicht östlich und nicht westlich, sie ist universell“ – Redebeitrag der „Gruppe gegen Deutsche Normalität“

„Es ist doch so: Hat Melanie Schmitz ein neues dummes Instagramfoto hochgeladen oder Mario Müller ein neues dummes Nazitattoo auf dem Arm, weiß es ganz Halle. Wenn aber Islamisten in Frankreich oder Deutschland Terroranschläge verüben, schweigt sich der Großteil der Linken nachhaltig aus.

Nehmen wir den universalistischen Anspruch dieser Demonstration ernst, so dürfen wir nicht zu einem der dezeit größten antifeministischen Projekte der Gegenwart schweigen. Dieses Projekt, so viel sei gesagt, formiert sich nicht in einer kleinen ostdeutschen Stadt an der Saale, sondern dort, wo die Scharia gewaltsam durchgesetzt wird.

Ohne Frage: Die europäische Neue Rechte bastelt an ihrem eigenen, menschenverachtenden Projekt. Ihnen geht es um ein fein säuberlich nach Kulturen und Völkern getrennten Europa. Trotzdem sind bewaffnete Muslimbrüder oder die Schlächter des Islamischen Staats momentan die besser aufgestellten und besser bewaffneten Feinde der Aufklärung.

Die Radikale Linke darf davor nicht die Augen verschließen und muss eindeutig gegen Menschenverachtung in all seinen Spielformen und Facetten Stellung beziehen.“

der ganze Redebeitrag: Freiheit ist nicht östlich und nicht westlich, sie ist universell

Redebeitrag von Resistance – Keine Identitären-Zentrale in Rostock!

„Das identitäre Geschlechterbild ist starr und lässt nur Mann und Frau zu, natürlich mit biologisch festgelegten Rollen. Es soll eine „ursexuelle Anziehungskraft“ zwischen Mann und Frau geben, die der Fortpflanzung dient, denn der Volkskörper braucht schließlich Nachwuchs. Sie sehen Ehe und Familie von aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen, wie dem sogenannten „Genderwahn“ oder geflüchteten Personen, bedroht. Frauen haben in Argumentationssträngen dieser Kampagne drei Rollen, die in der sie bedrohte Opfer sind, die in der sie den „Großen Austausch“ gewählt haben und die in der sie der
Verhinderung des „Großen Austauschs“ im Weg stehen.“

der ganze Redebeitrag: Redebeitrag Resistance Rostock

 

Presseschau:

Allgemeiner Bericht über die Demo von DuBistHalle

Videobericht des MDR

Bericht über die Demo der Mitteldeutschen Zeitung

Fotos:

Auf Flickr von Felix Dressler

(Dieser Beitrag wird noch aktualisiert.)

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