Keine Alternative!

Informationen über die rechte Hochschulgruppe „Campus Alternative“

Bei der diesjährigen Hochschulwahl am 16. Mai 2018 trat erstmals die selbsternannte „Campus Alternative“ an und wollte mit ihrer Liste in den Studierendenrat (Stura) einziehen. Die Campus Alternative (CA) ist die Hochschulgruppe der AfD und ebenso wie die Mutterpartei hat auch die blaue Hochschulgruppe keinerlei Berührungsängste mit militanten und gewalttätigen Neonazis. Aus eben jener Liste wählte die Studierendenschaft Hannah-Tabea Rößler in den Stura.

Was ist die Campus Alternative?

Die Campus Alternative ist die Hochschulgruppe der Alternative für Deutschland (AfD) und damit deren Ableger an deutschen Hochschulen. Die ersten AfD-Hochschulgruppen entstanden ab 2013. Bis Dezember 2016 entstanden nach Zählung der Fachzeitschrift „der rechte rand“ 26 Hochschulgruppen, jedoch sind davon die wenigsten (noch) aktiv. Bisher gelang es der Campus Alternative nur in Düsseldorf, Göttingen und der Fernuniversität Hagen Mandate zu erringen. In sieben Städten wagten sie sich überhaupt zur Wahl anzutreten.[1]

Bindeglied zwischen AfD, Burschenschaften und Identitärer Bewegung

Die AfD-Hochschulgruppen haben ebenso wie die Mutterpartei nicht das Ziel sich sachpolitisch in die (Hochschul-)Politik einzubringen. Vielmehr begreifen sie den Campus als ideologisches Kampffeld und Rekrutierungsraum. Auch die Campus Alternative wähnt sich im Kampf gegen das „Establishment“ und eine angebliche linke Hegemonie. An den Hochschulen sind das für sie die Studierendenräte bzw. Studierendenparlamente und Allgemeine Studierendenausschüsse (AStA), in welchen linke Hochschulgruppen üblicherweise die Mehrheit stellen. Die Campus Alternative und ihre Mitglieder, die sich selbst als Elite sehen, führen einen Kampf gegen Feminismus und Gleichstellung, behaupten die Verschwendung studentischer Gelder. Auch sehen die Meinungsfreiheit bedroht, weil sie ihre patriarchale und rechte Ideologie nicht unwidersprochen artikulieren dürfen.

Die Campus Alternativen sind sowohl personell als auch ideologisch eng mit rechten Burschenschaften verknüpft. Beide begreifen sich als Elite und sind Rekrutierungsräume für die AfD. Folgerichtig gibt es personelle Überschneidungen. Diese existieren auch mit der Identitären Bewegung (IB).

Die Campus Alternative in Halle – Eine Filiale der Kontrakultur?

Was sich bundesweit beobachten lässt, gilt auch für die Campus Alternative in Halle. Die Kandidat*innen kommen aus dem rechtsextremen bzw. burschenschaftlichen Milieu bzw. bewegen sich in diesem. Auch inhaltlich nehmen sie auf eine mutmaßlich rechtsextreme Kampagne Bezug und beklagen, dass der Studierendenrat mit studentischen Geldern angeblich linksextreme Projekte finanzieren würde. Das ähnliche Vorwürfe bereits Anfang 2017 von dem rechtsextremen Verein „Ein Prozent“ – welcher auch im Haus der Kontrakultur in der Adam-Kuckhoff-Straße 16 Büros unterhält – erhoben wurden, ist sicher purer Zufall.

Die Kandidat*innen

Die Liste der Campus Alternative in Halle wird von Christopher Lehmann angeführt. Er studiert im 4. Semester Politikwissenschaft. Ursprünglich kommt er aus Offenburg und studierte bereits in Freiburg. Hier war er zudem in der rechtsextremen Burschenschaft Saxo-Silesia aktiv. Diese ist in der Deutschen Burschenschaft und nimmt ausschließlich „Blutsdeutsche“ auf. Zuvor war er in der Jungen Union im Kreisverband Ortenau (Baden-Württemberg). Mittlerweile ist er Mitglied in der rechtsextremen und vom Verfassungsschutz beobachteten Burschenschaft HLB Germania. Wenig verwunderlich ist er häufiger Gast in dem von der sog. „Identitären Bewegung“ bewohnten Haus in der Adam-Kuckhoff-Straße 16 in Halle.

Auf dem zweiten Listenplatz kandidiert Christian Kluck, welcher im 10. Semester Wirtschaftswissenschaften an der MLU studiert. Dieser ist bisher außer seiner Kandidatur für die sogenannte „Campus Alternative“ nicht weiter in Erscheinung getreten.

Auf dem dritten und letzten Platz der Liste tritt die Jurastudentin Hannah-Tabea Roeßler zur Wahl an. Diese führt nicht nur mit dem Mitglied der Identitären Bewegung Jan Scharf eine Beziehung, sondern pflegt auch eine enge Freundschaft zu Melanie Schmitz (Frontfrau der „Identitären“). Vor einigen Wochen beteiligte sie sich außerdem an einer Aktion der Identitären in Dessau und ist auch auf Bildern der vermeintliche Bewegung zu sehen. Sie nimmt zudem regelmäßig an internen Veranstaltungen im Haus der „Identitären“ teil und wird zum engeren Kreis der Gruppe gezählt. Hannah-Tabea Roeßler zog gestern als Vertreterin der Campus Alternative in den halleschen Studierendenrat ein.

Bei den erforderlichen Unterstützer*innen kann davon ausgegangen werden, dass diese aus dem Umfeld der HLB Germania gestellt worden sind.

Hand in Hand mit rechtsextremen Gewalttätern

Die Überschneidungen zwischen den Kandidat*innen der Campus Alternative Halle zu den Kadern der rechtsextremen „Identitären“ der Kontrakultur Halle sind immens. In der Vergangenheit sind Mitglieder der „Identitären“ immer wieder durch gewalttätige Aktionen aufgefallen. Die letzte ereignete sich im November 2017, bei dem zwei Personen mit Schutzausrüstung der Volkspolizei der DDR und mit Baseballschlägern ausgerüstet zwei Zivilpolizist*innen auf dem Steintor-Campus angriffen und erst von ihnen abließen, als diese ihre Dienstwaffen zückten. Weiterhin fand sich im Juni 2016 eine aus mehreren Personen bestehende Gruppe in der Harzmensa ein und bedrohte mit Messern und Quarzhandschuhen bewaffnet Studierende der MLU. Einige Mitglieder sind bereits wegen gefährlicher Körperverletzung vorbestraft, unter anderem Mario Müller, welcher für einen Angriff im März 2010, bei welchem er mit einem Totschläger auf einen Jugendlichen einschlug, zu einer Bewährungsstrafe von 2 Jahren und 7 Monaten verurteilt wurde. Selbst der Verdacht des Bombenbaus lag bei einem der Mitglieder der Kontrakultur vor.

Die Campus Alternative gehört unzweifelhaft zum rechtsextremen Netzwerk um die Kontrakultur Halle, der HLB-Germania, dem selbsternannten Institut für Staatspolitik (Schnellroda) und der AfD. Wir erwarten von den Hochschulgruppen im Stura, aber auch von allen anderen Studierenden, dass sie diesem Netzwerk konsequent begegnen werden! Es dürfen Ihnen keine Räume überlassen werden und klar gemacht werden was sie wirklich sind: Ein weiterer rechter Zusammenschluss und keine Alternative!

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